Das Entwicklungspotenzial der Region "Puntas de Jose Ignacio"


 

Mit der Entdeckung von Ruinen vermutlich jesuitischen Ursprungs vor über 2 Jahren wurde von Dr. Langmann der Anstoss zur Beschäftigung mit der Geschichte der umliegenden Region gegeben. Historisch gesehen nimmt die Region Puntas de José Ignacio eine besondere Stellung in der Beziehung zwischen Europa und Uruguay ein. Zum einen befindet sich die Region im historisch umkämpften Grenzbereich zwischen Spanien und Portugal. Zum anderen wird vermutet, dass eine mögliche Landroute der Jesuiten alternativ zur Beschiffung des Rio de La Plata an diesem Landstrich vorbeiführte.

 

Die Region zeichnet sich durch fruchtbare Böden, angenehmes feucht-warmes Klima und
unmittelbare Nähe des Küstenabschnittes rund um den Nobelbadeort Punta del Este (auch als „Monaco“ oder „Côte d’ Azur“ von Südamerika bezeichnet) und José Ignacio, wo neben kaufkräftigen Besuchern aus Argentinien und Brasilien auch viele Europäer Urlaub machen. Die Region Maldonado wird jährlich von rund 800.000 Touristen besucht, die vorwiegend in Punta del Este logieren. Die durchschnittliche Nächtigungsdauer beträgt 8,5 Tage und die Ausgaben der Touristen betrugen im Jahr 2015 rund 747 Mio. USD.


Trotz dieser Rahmenbedingungen konnte die umliegende Region bislang kaum davon profitieren und ist vorwiegend nur mit einer rudimentären Infrastruktur ausgestattet. Seitens lokaler Produzenten werden kaum Aktivitäten zur Vermarktung gesetzt, welche die überwiegend biologisch hergestellten
landwirtschaftlichen Produkte sowie die Bedeutung der unberührten Landschaft für nationale und
internationale Gäste in Punta del Este bewerben. Durch das mangelnde Qualitätsbewusstsein der
Produzenten ist auch derzeit nur eine niedrige lokale Wertschöpfung gegeben.

 

Auch im Bereich des Baugewerbes besteht hohes Potenzial für nachhaltige Bauweisen. Ob der bedeutungsvollen Geschichte gibt es kaum Möglichkeiten für Touristen, diese anschaulich zu erleben und zu begreifen. Derzeit wird von Politkern in Uruguay und Paraguay die Revitalisierung des Jesuitischen Pfades öffentlich angedacht, bislang wurden aber keine konkreten Projekte präsentiert.